Dienstag, Juli 28, 2009

Bye bye Sydney

Wetter: 23 Grad (Sonne), Spinnen: 0

Das letzte Wochenende in Sydney ging unheimlich schnell um. Wir streiften am Samstag bei schoenstem Sonnenschein noch einmal ueber die Paddington Markets, shoppten Souvenirs auf Paddy's Markets und fuhren am bewoelkten Sonntag mit einem Pedal Car durch den riesigen Centennial Park.

Kay war es etwas unangenehm, dass Sophie und ich uns statt eines Tandems (wie urspruenglich ueberlegt) ein Pedal Car ausliehen. Pedal Cars sind diese Vehicle, die man aus italienischen Urlaubsorten kennt. Sie haben ein Lenkrad (unseres hatte sogar zwei, haha), ein kleines Stoffdach und Pedale. Wahrscheinlich ist jeder von euch schonmal mit so etwas gefahren...in den 80ern in Rimini mit Mama und Papa. Damals wahrscheinlich noch vorne im Koerbchen und die Eltern mussten strampeln. Wenn man erstmal selber in die Pedale treten muss, merkt man wie anstrengend das werden kann! Vorallem am Heartbreak Hill kamen Sophie und ich ganz schoen ins schwitzen und da wir bergab nicht wirklich bremsen konnten, fuhr Kay mit dem Mountain Bike vor und raeumte uns den Weg von stolpernden Inline Skatern und kleinen Kindern frei. Hihi, manchmal muss man auch mal peinliche Sachen machen...es war auf jeden Fall sehr lustig!

Ach, ich werde Sydney vermissen...allein schon meinen morgendlichen Weg zur Arbeit ueber die Anzac-Bridge und den Blick auf die Skyline von den Strassen Balmains! Aber andererseits kann ich es auch kaum erwarten mehr von diesem tollen Land zu sehen,


  • in dem man mit Geld aus Plastik bezahlt,

  • unheimlich stolz darauf ist die Waeschespinne erfunden zu haben,

  • sich im Winter auf dem Sofa in "Snuggies" huellt,

  • in einem Hotel keine Zimmer vermietet sondern Bier verkauft,

  • bei 18 Grad in "Ugg Boots" und Wintermantel durch die Stadt laeuft,

  • sich nach jeder Fahrt beim Busfahrer bedankt,

  • in BYO Restaurants seinen eigenen Wein mitbringen kann,

  • in jedem Park, Reserve oder Wald oeffentliche Gasgrills zur Verfuegung hat.

Das hier ist nun der vorlaeufige Plan fuer die Reise, die der Jens und ich in unserem tollen Caddy Camper hinter uns bringen werden. Die rote Strecke von Sydney nach Cairns werden wir fahren, die blaue Strecke fliegen wir (Rosa eingezeichnet findet ihr meine bisherigen Wochenendtrips nach Adelaide und Melbourne).


Saturday, 1/08/2009
VW Caddy Camper von Britz Car Rental abholen

Von Sydney nach Port Macquarie (388km, 5 Std Fahrt)

Sunday, 2/08/2009
Von Port Macquarie nach Byron Bay (402km, 6 Std Fahrt)
Zwischenstopp in Coffs Harbour, Surfers Paradies

Monday, 3/08/2009
Byron Bay,
Ausflug nach Nimbin (dem Hippiedorf in den Bergen)

Tuesday, 4/08/2009
Von Byron Bay nach Noosa Heads (308km, 4.5 Std Fahrt), Ausflug zum Daisy Hill Koala Hospital


Wednesday, 5/08/2009
Von Noosa Heads nach Hervey Bay (175km, 3 Std Fahrt)


Thursday, 6/08/2009 & Friday, 7/08/2009
Ausflug nach Fraser Island


Saturday, 8/08/2009
Von Hervey Bay nach Rockhampton (411km, 5.5 Std Fahrt)
Zwischenstopp in Bundaberg


Sunday, 9/08/2009
Von Rockhampton nach Airlie Beach (482km, 6 Std Fahrt)
Zwischenstopp im Eugnella National Park (Schnaaabeltiiier!)

Monday, 10/08/2009 & Tuesday, 11/08/2009
Segeltour auf den Whitsundays am Great Barrier Reef


Wednesday, 12/08/2009
Sea Kayaking auf den Whitsundays

Thursday, 13/08/2009
Von Airlie Beach nach Townsville (273km, 4 Std Fahrt)


Friday, 14/08/2009
Von Townsville nach Mission Beach (236km, 3.5 Std Fahrt)

Saturday, 15/08/2009
Ausflug nach Magnetic Island


Sunday, 16/08/2009
Von Mission Beach nach Port Douglas (206km, 3.5 Std Fahrt)

Monday, 17/08/2009
Tauchen am Great Barrier Reef

Tuesday, 18/08/2009
Von Port Douglas nach Cairns (67km, 1 Std Fahrt)

Wednesday, 19/08/2009
7:20h Abflug Cairns zum Ayers Rock
Sound of Silence Dinner in der Wueste

Thursday, 20/08/2009
Ayers Rock & Olgas, evtl. Kings Canyon

Friday, 21/08/2009
13:25h Abflug Ayers Rock nach Sydney

Saturday, 22/08/2009
Letzter ganzer Tag in Sydney

Sunday, 23/08/2009
15:15h Abflug Sydney nach Hannover

Monday, 24/08/2009
Ankunft Hannover

Zu diesem Zeitpunkt sind wir dann voraussichtlich 2948km gefahren und haben 42 Stunden im Auto verbracht. An die Stunden im Flugzeug mag ich noch gar nicht denken!
Donnerstag frueh hole ich den Jens vom Flughafen ab. Ich kann noch gar nicht wirklich glauben, dass wir uns nach drei Monaten endlich wiedersehen und bin schon ganz aufgeregt! Schnabeltiere, weisse Straende und tiefrotes Outback wir kommen! ;o)

Mittwoch, Juli 22, 2009

Gruenes, gruenes Adelaide

Wetter: 17 Grad (Sonne / Wolken), Spinnen: 0

Nachdem Julia am Mittwoch wieder geflogen ist,
hatte ich die Ehre mit den beiden Verrueckten fuer drei Tage nach Adelaide zu fliegen. Die Verrueckten, unter diesem Sammelbegriff sind Guenter und Birgit liebevoll bei meinen Kollegen bekannt. Zu diesem Namen kam es durch den Zwischenfall, der sich am Dienstag Morgen ereignete, als Guenter mich (aus dem Zug in die Blue Mountains) anrief, um mir mitzuteilen, er habe die Entscheidung getroffen spontan zum Ayers Rock zu fliegen. Und zwar am Mittwoch! Ich erinnerte daran, dass wir Freitag gleich wieder ins Flugzeug steigen und nach Adelaide fliegen wuerden, aber auch das hielt ihn nicht davon ab. Also hatte ich die glorreiche Aufgabe kurzfristig alles zu organisieren und zu buchen, was in meinem Buero von Schmunzeln bis Kopfschuetteln verschiedenste Reaktionen ausloeste. Aber bereuht haben sie es nicht und Guenters Wortlaut war: „Ist mir egal, ob mich alle fuer verrueckt halten, es war jeden Dollar wert!“. Als ich mir das Video ansah, konnte ich das auch ohne Weiteres nachvollziehen und bin schon ganz kribbelig, weil ich jetzt auch endlich zum grossen, roten Berg will! ;o)

Naja, aber zurueck zu Adelaide! Nach einem ausgiebigen Fruehstueck bei Bertoni, das mittlerweile zu Guenter und Birgits Stammlokal geworden ist, machten wir uns mit einem aeusserst gespraechigen, libanesischem Taxifahrer („I have good wife: cooking, cleaning, washing my car...“) auf den Weg zum Flughafen in Sydney und vom Flughafen in Adelaide mit selbigem Gefaehrt direkt ins Hotel. Ja, INS Hotel. Denn das Stamford Grand, das ich auf Empfehlung einer Kollegin fuer guenstige 25Euro pro Person und Nacht gebucht hatte, stellte sich als wahres Schnaeppchen heraus. Wir wurden mit dem Taxi direkt vor die Lobby gefahren und ein Portier in roter Weste oeffnete uns hoeflich die Taxituer. Drinnen sah alles gold, rot und sehr dekadent aus und ich konnte gar nicht fassen, was ich da gebucht hatte. Auch unser Zimmer im 9. Stock war toll, mit Stadtblick und zwei Kingsize Betten. So laesst es sich leben!

Wir beschlossen, nach einem kleinen Umweg an der Strandpromenade entlang, direkt in die Innenstadt zu fahren, um uns dort in den letzten Sonnenstrahlen umzusehen. Auf meine Frage, welche Tram-Linie wir nehmen sollten, hatte mir der freundliche Taxifahrer zuvor nur: „There is just one!“ geantwortet. Ich bin halt doch schon an die Groesse Sydneys gewoehnt... Vom Stadtteil Glenelg fuhren wir also mit der Tram in die Innenstadt und assen in einem niedlichen Thai-Restaurant in China Town zu Abend.
Im Pub und in der Cocktailbar unseres Hotels liessen wir den Abend ausklingen. Wie fast ueberall in Australien wurde in beiden Locations gerade live Musik gespielt und ich war besonders begeistert, als das Gitarren-Bongo-Duo im Pub ploetzlich mein Lieblingslied „Sex on Fire“ von Kings of Leon anstimmte. Bevor wir ins Bett gingen, wollten Birgit und ich allerdings noch den Pool austesten (wenn man schonmal einen hat!) und fuhren im Bademantel von unserem Zimmer noch einmal in den zweiten Stock, wo sich der Pool befand. Unser Schwimmvergnuegen dauerte nur leider nicht allzu lange an, denn kurz nach unserer Ankunft wurden wir wegen der spaeten Stunde von zwei schrankartigen Maennern auch schon wieder hoeflich gebeten zu gehen.

Um 5:30h (Adeleidsche Zeit – man muss die Uhr dort eine halbe Stunde zurueck stellen) am Samstag klingelte Guenters Handy. Auch eine sehr gnadenlose Zeit, aber die Tour nach Kangaroo Island stand an und die wollte ich ja nun auf keinen Fall verpassen. Punkt 6:30h kletterten wir verschlafen in den Minibus, der uns vom Hotel abholte. Irgendwo in Adelaide wurden wir dann mitsamt unserer Mitreisenden im Seniorenalter ausgeladen und uns wurde gesagt, dass wir auf einen grossen Bus warten sollten, der uns zur Faehre bringt. Da standen wir nun frierend im Dunkeln und ich noergelte ein wenig, dass man uns ja wenigstens an einem netten Cafe haette umsteigen lassen koennen. „Ist das unser Bus?“, fragte ich schliesslich, als ein grosser Reisebus um die Ecke bog, was Guenter schmunzelnd mit „Ja, da ist ein Kangaroo aufgedruckt, das muss er dann wohl sein!“ beantwortete.

Also ab durch die unglaublich gruenen Huegelketten von Adelaide. Ich war begeistert, dass es dort so gruen ist und das Land im Winter so fruchtbar aussieht. Die Sonne ging langsam ueber den Huegeln auf und im Morgenlicht konnte man hin und wieder Gruppen von Kanguruhs auf den vorbeiziehenden Wiesen sehen. Allein der Weg nach Kangaroo Island war schon sehenswert! Der Weg ist das Ziel oder wie sagt man so schoen...

Die Ueberfahrt zur Insel gestaltete sich stuermisch und schwankend. Sehr zur Freude von Birgit und mir, so dass wir etwas mit dem gerade zu uns genommenen Fruehstueck zu kaempfen hatten. Wer haette gedacht, dass ich ploetzlich zum ersten mal in meinem Leben nochmal Seekrank werde! Naja, aber wir ueberstanden die Fahrt trotzdem ohne weitere Vorkommnisse, auch wenn ich mich - zur Erheiterung einiger Senioren und einer Gruppe Jugendlicher - im Schneckentempo von Sitzreihe zu Sitzreihe schwankend zum Kiosk vortastete, um Wassernachschub zu besorgen.

Auf Kangaroo Island ging dann die eigentliche Tour mit einem Ausflug zu einem Strand los an dem man eine Kolonie Seeloewen bewundern konnte. Sie lagen dort faul in der Sonne herum und aalten sich im Sand. Ein paar Junge planschten im Wasser und waren zu niedlich, um wahr zu sein! Eines hatte leider seine Mutter verloren und die Rangerin, die uns begleitete, erklaerte, dass man es sich hier zum Gesetz gemacht hatte, nicht in den Verlauf der Natur einzugreifen. Ich haette das kleine Seeloewenbaby mit dem unbestimmten Schicksal zu gerne mitgenommen und mit der Flasche aufgezogen. Aber naja, sie werden schon ihre Gruende haben.


Ein Mittagessen gab es in einem Haeuschen mitten im Busch. An unserem Tisch sassen eine junge australische Familie, zwei junge Spanier, die deutsche Dolmetscherin Barbara und eine Deutsche mittleren Alters. Die Deutsche und die Dolmetscherin unterhielten sich angeregt ueber die Insel, als die Frau ploetzlich fragte: „Wie sieht es denn mit den Koalas auf Kangaroo Island aus?“, die Dolmetscherin antwortete in tiefer Ueberzeugung: „Ach nein, Koalas gibt es hier keine!“. Da zeigte die Deutsche ploetzlich aus dem Fenster auf einen Baum und sagte: „Und was ist das da?“. Tatsache, direkt neben dem Haus schlief ein Koala zusammengekugelt in einem Eukalyptusbaum. Guenter spitzte die Ohren, zueckte sofort die Kamera und kaempfte sich in den Busch, um das Tier von vorne zu filmen. Kaum war er draussen, taten es ihm sofort einige nach und der arme Koala wusste gar nicht wie ihm geschieht.


Es sollte nicht der einzige Koala an diesem Tag sein, denn bei einer Vogelshow, die wir danach im Wald bewundern durften, sass ebenfalls einer im Baum und regte sich nur gelegentlich, um sich ein paar Blaetter zu krallen. Leider konnte er sich nicht benehmen und pinkelte vom Baum aus ein paar Leute an, die darunter sassen. Hihihi...ich weiss es ist boese, aber ich musste so lachen! Bei dieser Show durfte ich sogar, geschuetzt durch einen Lederhandschuh, einen Kookaburra auf die Hand nehmen.


Im Flinders Chase National Park besuchten wir dann die „Remarkable Rocks“ (sehr kreativer Name...), auf denen wir herumkletterten. Leider ueberraschte uns ploetzlich ein Regenschauer, so dass wir patschnass wieder in den Bus steigen mussten. Guenter hatte die Ruhe weg und hatte sich im Gegensatz zu Birgit und mir irgendwo zwischen den Steinen untergestellt, so dass der gesamte Bus zur Weiterfahrt nur noch auf ihn wartete. Von da an betonte der Busfahrer vorsichtshalber bei jeder weiteren Station, wie wichtig es ist, dass wir rechtzeitig wieder zurueck sind. Wir haben das natuerlich nicht auf uns bezogen ;o).


Am Cape du Coedic stiegen wir vom Leuchtturm hinab zur Admirals Arch, einem natuerlichen Torbogen in den Klippen. Dort aalten sich unzaehlige Robben auf den Felsen, andere planschten vergnuegt in einem natuerlichen Pool im Fels herum. Waere es nicht urploetzlich so kalt geworden, haetten wir das Spektakel sicherlich ewig beobachten koennen. Zum kroenenden Abschluss erschien dann ueber einer kleinen Felseninsel im Meer ein Regenbogen, also hatte der Regen zuvor immerhin noch etwas Gutes an sich gehabt.


Die Rueckfahrt mit der Faehre am spaeten Abend war wieder sehr stuermisch und wir wurden noch einmal 45 Minuten ordentlich durchgeschuettelt. Als wir um 22:30h wieder im Hotel ankamen, war ich unheimlich muede und freute mich nur noch auf eine heisse Dusche, waehrend Guenter und Birgit sich noch einmal in der Cocktailbar vergnuegten.

Fuer den Sonntag hatte ich durch unseren Concierge (wie dekadent das klingt, aber ich liebe es) einen Mietwagen organisieren lassen, mit dem wir vor unserem Abflug am Abend noch das Barossa Valley erkunden wollten. Das Barossa Valley ist das bekannteste Weingebiet Australiens, in dem deutsche Siedler 1847 den ersten Weinanbau betrieben haben. Da wir kein Navi dabei hatten, war Guenter mein Navigator – oder auch Naviguenter, hihi – und wir fuhren nach einem ausgiebigen Fruehstueck Richtung Tanunda. Nach einigen ungewollten Umwegen kamen wir schliesslich auch dort an und suchten im Umland von Tanunda nach Bethany, der - 1841 gegruendeten - ersten deutschen Siedlung im Barossa Valley. Bethany zu finden war eine kleine Herausforderung, nachdem ich auf Guenters draengen ueber einen holprigen Feldweg fuhr und er zustimmend „Hier sind wir richtig!“ nickte. Kurze Zeit spaeter wurde der Weg von einem Bachlauf unterbrochen, der bestimmt 2 Meter breit war. An diesem kleinen Fluesschen stand ein freundlicher Bauer mit seinem Sohn und winkte mir ermutigend zu. „You can go over it!“, rief er. Etwas irritiert fragte ich aus dem Auto „Are you sure?“ zurueck. Denn irgendwie erschien mir dieses Wasser doch ein bisschen zu tief. Guenter war derweil schon mit der Videokamera aus dem Auto gesprungen, weil er das Spektakel unbedingt auf Band festhalten wollte...musste dann allerdings wieder zurueck ins Auto steigen, da das Wasser doch zu breit war, um mal eben drueber zu springen. Also fuhr ich langsam ins Wasser hinab und wir schafften es tatsaechlich – wenn auch mit durchdrehenden Reifen – auf die andere Seite. Mal abgesehen davon, dass der Toyota unter der Motorhaube qualmte und rauchte, schien er das auch ganz gut ueberstanden zu haben. Da muss wohl Wasser in den Auspuff gekommen sein...oops...

Am Weingut Bethany fragten Birgit und ich dann ein paar Maedels auf einem Grillfest nach dem eigentlichen Ort und die beiden sahen sich nur irritiert an, um uns dann mitzuteilen, dass wir schon mitten drin waren. Das war es also. Nichts Spektakulaeres, nur ein paar Haeuschen in hufeiseform in die Landschaft gepflanzt. Hier waren vor all diesen Jahren deutsche Einwander aus Schlesien, Preussen und Polen hergezogen und hatten dieses winzige Doerfchen gegruendet. Und eine lustige Sprache hatten sie: das Barossadeutsch. Das war eine Mischung aus Englisch und Deutsch und brachte so ein Kauderwelsch hinaus wie „Der rabbit ist über den fence gejumpt und hat die carrots abgenibbelt“ (
http://www.welt.de/welt_print/article1395564/Das_deutsche_Australien.html).

Im Barossa Valley fuhren wir zu ein paar Weinguetern, assen und tranken etwas und kauften Wein. Guenter hatte bereits zuvor auf der Karte entdeckt, dass einer der gruenen Huegel um das Tal „Kaiserstuhl“ hiess, den wollte er unbedingt sehen und navigierte mich dorthin, wo er den Berg vermutete. Bei Krondorf fuhren wir irgendwo einen Berg hinauf und fuehlten uns ploetzlich ein bisschen wie von Almen umgeben. Ueberall grasten Kuehe und wenn es nicht Eukalyptusbaeume gewesen waeren, haette man glatt glauben koennen, man ist irgendwo im Schwarzwald. Natuerlich fuhren wir wieder einmal verbotenerweise eine Dirtroad entlang und ich machte mir ein bisschen Sorgen um das Auto. Aber es ging schon und irgendwo oben auf dem Berg mit dem herrlichen Ausblick fanden wir dann tatsaechlich den Beweis, dass wir auf dem Kaiserstuhl waren: Das Strassenschild der „Little Kaiserstuhl Road“. Irgendwie merkwuerdig sich mitten in South Australia ploetzlich so ein bisschen heimisch zu fuehlen!

Das Wochenende war so schnell wieder vorbei wie es gekommen ist und gestern in der Mittagspause habe ich Guenter und Birgit nun auch am Flughafen verabschiedet. Jetzt bin ich wieder ganz allein in diesem grossen, weiten Land. Aber nun ja auch nicht mehr lange, denn naechsten Donnerstag kann ich vor der Arbeit den Jens vom Flughafen abholen und dann faengt am Samstag unser Urlaub an! 3 ½ Wochen werden wir mit einem schoenen VW Caddy Camper durch’s Land fahren und uns die gesamte Ostkueste und den Ayers Rock ansehen. Die Zeit hier vergeht viel zu schnell, ich glaub das muss an der Suedhalbkugel liegen... ;o)

Montag, Juli 13, 2009

Schlaflos in Sydney

Wetter: 18 Grad (Sonne / Wolken), Spinnen: 1

Eine anstrengende, aber schoene Woche liegt nun wieder hinter mir, in der ich zweimal noch vor der Arbeit am Flughafen stand und auf meinen Besuch aus Deutschland wartete. Nachdem ich Dienstag frueh von 5-7h auf Julia gewartet hatte, weil ihr Flieger Verspaetung hatte, wollte ich am Freitag schlauer sein und liess mich von Guenter & Birgit kontaktieren, sobald sie gelandet waren. Da die beiden mir eine SMS schickten, nachdem sie bereits durch saemtliche Kontrollen durch waren (anstatt anzurufen sobald sie gelandet sind), waere ich davon fast nicht aufgewacht und stand also um 6h im Schlafanzug (und Mantel), ungekaemmt und verschlafen am Flughafen, um sie zu suchen und dann direkt in Guenter hineinzulaufen. Aber gut, nun waren alle heile angekommen und alles war schoen! Auch wenn ich auf der Arbeit nur mit Hilfe meines guten alten Freundes Espresso ueberlebte.

Julia und ich hatten zum Zeitpunkt von Guenter und Birgits Ankunft schon ein paar Abende in Sydney hinter uns und hatten uns an den, von Sophie fuer uns organisierten, AUDI-Events erfreut. So sahen wir am Mittwoch einen Film von John Malkovich, den wir allerdings nicht so toll fanden, und waren am Donnerstag in einem lustigen norwegischen Theaterstueck namens „Elling“ inklusive Fingerfood und Drinks beim Empfang zuvor. Sicherlich ein schoener Urlaubsanfang fuer Julia, die sich tagsueber mit Sightseeing und Shoppen in Sydney die Zeit vertrieb, waehrend ich arbeiten musste.

Am Freitag, als Guenter und Birgit nun auch in der Stadt eintrafen, hatte ich einen Tisch im Sydney Tower Restaurant reserviert. Der Sydney Tower aehnelt ein bisschen dem Berliner Fernsehturm und oben in der Kuppel hat man die Moeglichkeit in einem Buffet-Restaurant zu essen. Das Essen war leider nicht zu empfehlen, da das Buffet ein bisschen an Kantinenessen erinnerte und das Fleisch sehr trocken war. Doch der Nachtisch war toll, vorallem die American Brownies! Da sich das Restaurant aber um den Turm dreht, hatten wir trotzdem einen sehr netten Abend ueber den Daechern Sydneys und genossen den Ausblick.


Der naechste Tag sollte uns in den Royal National Park fuehren, in dem ich bereits einmal mit Johanna unterwegs war. Wir fuhren, nach einem ausgiebigen Fruehstueck bei Bertoni in Balmain und den Einkaeufen fuer den geplanten Grillabend, direkt zum Wattamoola Beach, an dem wir in der Sonne entspannten. Julia und ich liefen mit den Fuessen durch’s Wasser, Guenter filmte die Szenerie und Birgit lag auf der anderen Seite der Lagune an einen Felsen gelehnt. Es war sonnig und relativ warm, so dass ich zunaechst noch ueberlegt hatte, schwimmen zu gehen, es aber doch liess, weil Guenter mich davon ueberzeugte, dass Wandertouren mit salziger Haut in der Sonne sicherlich nicht zu empfehlen waeren.


Wie immer, wenn unsere liebe Familie unterwegs ist, war alles etwas chaotisch, was bereits mit dem Einkauf im Supermarkt begann und sich im National Park fortzog. Ich sank in der Lagune unter Wasser bis zu den Knien im Sand ein und meine Jeans wurde klatschnass und Guenter machte es mir gleich mal nach, um dann mehrmals zu betonen, wie schnell seine gute Trekkinghose doch trockne. Dann fiel ihm aus Versehen beim Abtrocknen mein Handtuch ins Wasser, waehrend Julia ebenfalls einen nassen Po bekam. Birgit hatte derweil ganz andere Probleme, weil ihr „festes Schuhwerk“ aus einem paar weisser Designerturnschuhe bestand und der Weg durch den Park noch sehr matschig werden sollte. Als wir spaeter auf halben Weg auf dem Costal Track unterwegs waren, fiel Guenter ploetzlich ein, dass mein Handtuch immernoch am Strand auf einem Fels zum trocknen lag. Naja, immerhin war es fuer die weitere Wanderung kein Balast mehr ;o). Es war also wirklich ein typischer Kuhnertscher Ausflug und ich hatte schlagartig mitten in Sydney ein sehr, sehr heimatliches Gefuehl, hihi.


Aber mal abgesehen von der Diskussion, die ich ausloeste, als ich auf einem Felsvorsprung ueber den Klippen stand („Ines, kommst du da jetzt weg!!!“), wurde es eine friedliche und schoene Wanderung durch den Busch und an der Kueste entlang, bei der sogar das Wetter mitspielte! Dass Guenter mich zuvor davon abgehalten hatte, am Strand schwimmen zu gehen, war vielleicht sogar eine glueckliche Fuegung, denn als wir zurueck kamen, entdeckten wir ein Schild am Parkplatz, auf dem Folgendes zu lesen war: „Warning – Sharks have been spotted recently on this beach!“. Manchmal ist es also schon gut, auf seine Eltern zu hoeren...


Fuer den Abend hatten wir Wuerstchen und Kaenguruh-Steak eingekauft, die wir am spaeten Nachmittag an der Lagune grillten. Zum Nachtisch gab es bei unserer Rueckkehr in die Stadt Crème brûlée in meinem Lieblingscafe „Our Place“ und ein paar Drinks mit Johanna und ihrem Papa, der nun ebenfalls in Sydney war und mit dem sie die naechsten Wochen durch Australien reist. Birgit bestellte konsequent auf Deutsch, was beim Personal logischerweise fuer etwas Verwirrung sorgte, aber wir sassen sehr gemuetlich zusammen und liessen den Tag nicht zu spaet ausklingen, da wir am Sonntag einen langen Weg nach Anna Bay vor uns hatten.

In Anna Bay zeigte ich den Dreien die groesste Wanderduene der suedlichen Hemisphere. Wir liefen durch das riesige Massiv von Duenen und im Gegensatz zum letzten mal, als ich dort war, hatten wir eine extrem starke Brandung mit hohen Wellen, in denen sich ein paar Surfer austobten. Auf dem Weg nach Anna Bay waren ploetzlich und sehr ueberraschend Sophie und Kay mit Freunden im Auto hinter uns, so dass wir uns spaeter an der Duene trafen, um zusammen Sandboarden zu gehen.


Sandboarden macht unheimlichen Spass, auch wenn die Duene, von der wir auf unseren Boards herunterschossen, sehr steil war und ich zunaechst ein mulmiges Gefuehl hatte. Aber es machte unheimlichen Spass und als Sophie schliesslich auch auf ihrem Board an der Kante vor dem Abgrund balancierte, rief sie noch einmal schnell: „Ines, ist das schlimmer als Fallschirmspringen?“, was ich beneinte und schon war auch sie in der Tiefe verschwunden. Waehrend Birgit von oben unsere B-Note bewertete und das Highlight auf Kamera festhielt, beendete Guenter seine ersten Sandboarding Abfahrten jeweils mit einer Judo-Rolle. Einmal schaffte er es leider nicht ganz und landete mit dem Gesicht im Sand, so dass er aussah wie ein paniertes Schnitzel mit Brille. In meiner Hose hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings auch schon ca. 1kg Sand angehaeuft, da ich mehrmals kurz vorm Ziel vom Board gerutscht war.

Ploetzlich sah Julia (ohne Brille!) in einiger Entfernung im Meer einen Wal und Kay bestaetigte ihre Vermutung mit dem Fernglas. Wieder sahen wir Wale in Anna Bay... Diese Wale draengen sich einem aber auch auf ;o). Wir beobachteten sie eine Weile, wie sie gen Norden zogen und versuchten vergeblich das perfekte Foto zu schiessen. Unser Sandboarding Instructor hatte mir zuvor noch erklaert, dass man dort eigentlich eher Delphine zu Gesicht bekommt und wir somit nun zum zweiten mal schon „very lucky“ waren. Beim Stichwort „Delphin“ leuchteten meine Augen! Die wollte ich ja noch viel lieber sehen! Und tatsaechlich: Als uns der Bus nach dem Sandboarden wieder unten am Wasser absetzte, stieg ich aus, drehte mich zum Meer und sah sie!!! Zwei Delphine jagten sich gegenseitig direkt am Strand durch den schaeumenden Pazifik und spielten mit den Wellen.


Und das sollten nicht die letzten fuer diesen Tag gewesen sein, denn als wir in Nelson Bay in einem netten Fischrestaurant am Hafen zu Abend assen, sprang Birgit ploetzlich von ihrem Stuhl auf und zeigte in das Hafenbecken. Direkt wenige Meter vor uns und vielleicht zwei Meter vor der Promenade sprang Flipper aus dem Wasser und tauchte wieder ab...wieder und wieder! Wir waren begeistert, bekamen allerdings wieder nicht das perfekte Foto, weil der Delphin einfach zu schnell fuer uns war. Aber was fuer ein schoenes Ende eines tollen Tages! Wenn doch nicht noch die 200km bis Sydney und somit noch ueber drei Stunden Fahrt vor uns gelegen haetten. Ich wuenschte, ich haette auch so friedlich auf der Rueckbank schlafen koennen, wie Guenter und Birgit... ;o).

Montag, Juli 06, 2009

Skippy und das Motorboot

Wetter: 18 Grad (sonnig), Spinnen: nur in Gefangenschaft

Nachdem wir uns am Freitag bei Ice Age III in 3D zunaechst ueber unsere lustigen 3D Brillen und dann den Film kaputt gelacht hatten und den Abend mit einem Cocktail in einem Hotel neben dem Greater Union Cinema ausklingen liessen, genossen Johanna und ich den sonnigen Samstag im Featherdale Wildlife Park in Blacktown.

Der Featherdale Park ist vergleichbar mit den Wildparks, die wir in Deutschland haben. Nur dass hier natuerlich das australische „Wild“, sprich Kaenguruhs, Koalas und Wombats herumlaufen. Anders als in einem Zoo laufen die meisten Kaenguruhs frei herum und sie sind so zahm, dass man sie streicheln kann. Ich war begeistert und fuehlte mich als waere ich nochmal drei Jahre alt. Man wusste ja gar nicht, welches Kaenguruh man zuerst streicheln oder fuettern sollte! ;o) Johanna kommentiert das mit: „Die kleine Ines im Zoo!“, hockte sich aber auch gleich neben eins, dass sich genuesslich kraulen liess. Ein paar dicke Wombats schlurften durch ihre Gehege und an Baumstaemmen hingen eingerollte, schlafende Koalas rum.

Sie schlafen ca. 18 Stunden am Tag, wachen auf, fressen ein paar Eukalyptusblaetter und rollen sich dann wieder auf ihrem Ast ein wie eine dicke Fellkugel. Hach, Koala muesste man sein. Wenn auch Kay uns hinterher einige Illusionen mit der Information nahm, dass Koalas strohdoof und selten intelligenter als ein Meerschweinchen sein sollen. Darum werden sie hier auch oft ueberfahren. Sie folgen den Routen, die ihre Vorfahren schon vor hunderten von Jahren gelaufen sind, und wenn dort in der Zwischenzeit ein mehrspuriger Motorway gebaut wurde, dann gucken sie einmal bloede und laufen trotzdem weiter. Arme suesse, dumme Koalas! Ich wuerd trotzdem einen mit nach hause nehmen...

In dem Park gab es allerdings auch Reptilien und wir schluckten einmal, als wir das 4,5m lange Salzwasserkrokodil fanden, dass reglos in einem Becken lag und uns mit kalten Augen anstarrte. Ich sagte es ja bereits bei unserem Aquariumbesuch, aber man kann es nicht oft genug betonen: man sieht gefaehrliche Tiere in Zoos mit ganz anderen Augen, wenn man ihnen draussen in der Natur wirklich begegnen kann!!! Da ziehen dann Gedanken an romantische Strandspaziergaenge bei Sonnenuntergang am Great Barrier Reef an einem vorbei, bei denen ein Partner ploetzlich mit einem Ruck im Wasser verschwindet. Meine Kollegen rieten mir ja bereits im Norden an keinem Strand schwimmen zu gehen, an dem niemand anderes schwimmt...und selbst wenn Leute im Wasser sind, so sollte man sich zunaechst ueberzeugen, dass es Einheimische sind und nicht etwa Amerikaner. Die kommen in diesem Land, neben Deutschen uebrigens, am haeufigsten um!

Daran musste ich auch denken, als wir in das Reptilien und Spinnen–Haus gingen und uns naeher mit allem beschaeftigten, was klein ist und uns trotzdem umbringen kann. Die gefaerlichste Spinne, die Redback Spider, wurde auch ausgestellt und wir waren ueberrascht, wie klein das Krabbeltier eigentlich ist! Kleiner als die durchschnittliche, deutsche Hausspinne hat die Redback Spider soviel Gift in sich, dass sie ohne groessere Probleme ein Pferd umbringen kann. Auch die Funnelnet Spider und unsere Freundin, die „ungefaehrlich und tut auch gar nicht so doll weh“ - Huntsman Spider waren dort. So wie auch alle moeglichen, giftigen Schlangen Australiens. Dort fanden wir zum Beispiel heraus, dass bei der „Brown Tiger Snake“ der gute Rat „Bleib stehen und ruehr dich nicht!“ mal gar nichts bringt, denn sie gilt als hoechst aggressiv und verfolgt selbst Menschen - die im Normalfall nicht auf ihrem Speiseplan stehen - gern, wenn sie sich von ihnen gestoert fuehlt. Ich sah mich schon vor meinem geistigen Auge im Norden Australiens, wie ich durch den dichten Busch vor einer bis zum naechsten Strand fluechtete...wahrscheinlich um dort das Fruehstueck eines 4m langen Salzwasserkrokodils zu werden...na dann Mahlzeit!

Ein paar Meter weiter fanden wir dann SIE! Die „Inland Taipan“, die giftigste Schlange der Welt! Wir standen ein paar Minuten vor der Glasscheibe, hinter der sie zusammengekringelt lag. Sie sah nicht grossartig anders aus, als die anderen Schlangen, aber wir versuchten trotzdem uns ihr Aussehen genaustens einzupraegen. Ein falscher Schritt im Outback und das Tier pumpt mit einem Biss soviel Gift in einen, dass es damit 100 Menschen oder 250 000 Maeuse auf einmal toeten koennte (vgl. Wikipedia)! Allerdings sind angeblich aus den letzten Jahren keine Todefaelle bei Menschen bekannt und man hat ja noch GANZE zwei Stunden Zeit, bevor man starke Symptome spuert (Muskelzerstoerung, Aussetzen der Nieren und Herzmuskelstoerungen, um nur mal ein paar zu nennen).

Das richtige Verhalten bei einem Schlangenbiss ist Beruhigung des Opfers (na juchu!) und ein Druckverband, damit sich das Gift nicht zu schnell ausbreitet. Mal abgesehen von der boesen Brown Snake sind Schlangen aber eher friedlich und leben nach dem Motto: „Stoerst du mich nicht, bring ich dich nicht um!“. Bei Erschuetterung wird man sie eher im Gebuesch verschwinden sehen, als dass sie sich Giftzaehne-fletschend auf einen stuerzen.


Also widmeten wir uns lieber wieder unseren Freunden, den Kaenguruhs, Wallabies, Bilbies (die sind sooo suess!), Quokkas und Wallaroos. Echidnas, auch Schnabeligel genannt und mit dem allseits beliebten Schnabeltier (suess aber giftig) verwandt, duempelten auch in der Sonne herum. Australien hat ja eine Vielfalt merkwuerdiger und zugleich niedlicher Tiere! Wir trafen sogar auf ein Wallaby mit einem Joey im Beutel. Mama frass genuesslich an einer mit Futter gefuellten Eiswaffel und das kleine Joey versuchte mit einer Kralle aus dem Beutel heraus auch was von dem leckeren Snack abzubekommen ohne sich dabei zu viel bewegen zu muessen.

Hach, ich haette den ganzen Tag dort verbringen koennen, wenn der Hunger uns nicht zurueck nach Sydney und dort direkt in unsere Lieblingspizzeria am Cirqular Quay gezogen haette. Als wir dann durch die Royal Botanic Gardens schlenderten, ging auch schon langsam die Sonne ueber der Oper unter und wir verbrachten den Abend damit im "Belgian Cafe" auszutesten wieviel schokoladenhaltige Nahrung und Getraenke man zu sich nehmen kann, ohne das einem schlecht wird. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wann der Punkt erreicht war, aber wir muessen von dem ganzen Zucker Pupillen wie ein Koala auf LSD gehabt haben! ;o)


Unser Sonntag hatte weniger mit den gefaehrlichen und den niedlichen Bewohnern Australiens zu tun. Diesmal wollten wir im Ku-ring-gai Chase Nationalpark in einem Meeresarm Motorboot fahren. Als Sophie, Johanna und ich morgens (ohne Kaffee!) vor der Nussschlae standen, die unser Motorboot sein sollte, sahen wir Kay erst einmal pruefend an und Sophie meinte: „Also unter einem Motorboot hab ich mir jetzt auch was anderes vorgestellt!“. Unser Motorboot war ein kleines Fischerboetchen mit Aussenborder, war jedoch sehr guenstig (120 AUSD fuer 3 Stunden) und wir sollten noch viel Spass haben damit durch den Creek zu tuckern.

Ich hatte es mir an einer Seite unter dem Dach gemuetlich gemacht, waehrend Sophie das Steuer von Kay uebernahm und Johanna als „Ausgleichsgewicht“ von einer Seite auf die andere diktierte. Als Kay sich auch ueberlegte mal die Seite zu wechseln und das Boot mit Schlagseite ins Schaukeln kam, so dass Johanna nass wurde, drehte sie sich erschreckt zu mir um und schimpfte laut „INES!!!“ auf meine Seite, weil ich zur selben Zeit meinen Fuss bewegt hatte. Ich schimpfte empoert zurueck, dass ich gar nichts gemacht hatte und wir mussten alle lachen. Von da an war ich automatisch an jeder groesseren Bewegung des Bootes Schuld, waehrend Johanna schliesslich von Sophie das Steuer uebernahm, da diese leichte Koordinationsprobleme mit dem Ruder hatte. Hach, was ein Spass! Ich lag die meiste Zeit in der Sonne und beobachtete sehr entspannt die vorbeiziehenden Eukalyptuswaelder.

Leider muss ich gestehen, dass auch ich mich nun zu den boesen Menschen zaehlen muss, die ein australisches Tier auf dem Gewissen haben. Asche auf mein Haupt, denn als ich schliesslich mit Steuern an der Reihe war, gab der Motor ploetzlich ein schredderndes Geraeusch von sich. Das war kurz nachdem ich von vorne den Satz „Das ist aber eine fette Qualle!“ vernahm. Und tatsaechlich, das Wasser war urploetzlich voller dicker, pilzartiger Quallen. Jetzt war es zwar eine weniger, aber bei der Vielzahl schien das wohl kein zu grosser Verlust fuer die australische Fauna zu sein.

In einiger Entfernung entdeckten wir einen kleinen Strand in einer Bucht und beschlossen dort an Land zu gehen. Ich war immernoch Herrin ueber den Motor und das Steuer und lenkte das Boot souveraen an den Strand...

...nein okay, das ist geflunkert...

Eigentlich war es eher so: Kay sass vorn auf dem Boot und gab mir nach hinten Anweisungen, waehrend ich von hinten Dinge rief wie „Ich weiss nicht wie ich bremsen soll, ahhh, Kay hilfe, nimm du das Ruder!“ und Kay von vorne ruhig „Das schaffst du schon, jetzt noch ein bisschen nach links.“ antwortete. Das haette mich auch glatt etwas beruhigt, wenn dann nicht in der Mitte noch Johanna und Sophie gewesen waeren, die zusammen die ganze Anlegeprozedur wie folgt untermalten:

Sophie: „Das geht so nicht, da sind ueberall Steine. Kay!!!“
Johanna: „Ach Quatsch, das klappt schon!“
Sophie: „Kay, hier ist es viel zu flach, wir setzen auf!“
Johanna: „Ines, bremseeeen!“
Kay: „Ines, gib Gas!“
Sophie: “Ines, leg den Rueckwaertsgang ein!”
Ines: “Ahhhhh! Ich will nicht mehr!”

So ungefaehr muss es gewesen sein, bevor wir mit dem Bug unseres Bootes am Strand aufliefen und Sophie den Anker warf...was natuerlich keinen Sinn machte, denn wir waren ja bereits an Land, so dass der Anker nun einfach platt auf den Sand fiel und wir alle prustend anfangen mussten zu lachen. Wir sprangen mit hochgekrempelten Hosen vom Boot ins flasche Wasser und gingen auf einen „Landgang“ an unseren einsamen Strand. Waehrend Sophie und ich den kleinen Wasserfall und die toten Quallen im Sand mit hochgradig biologischem Interesse erkundeten, hatten es sich Johanna und Kay zu unserer Erheiterung zur Aufgabe gemacht das Boot zu sichern.


Johanna war gleich losgestampft und hatte das lange Seil um einen Felsen gelegt, waehrend Kay den Anker im Sand fixierte. „Doppelt haelt besser!“, rief uns Johanna stolz zu und Sophie und ich sahen uns nur skeptisch an. Kay sah nun auch auf und wurde stutzig: "Muss nicht ein Ende am Boot festgebunden sein?". Keiner der beiden hatte bemerkt, dass sie dassselbe Seil „gesichert“ hatten, dieses nun aber an keinem Ende mehr mit dem Boot verbunden war und unser Boot ohne jeglichen Halt in der Bucht vor sich hin schaukelte. In diesem Moment daemmerte mir kurz, dass es wohl doch gute Gruende gibt, warum man in Deutschland eine Lizenz zum Motorboot fahren benoetigt, aber haetten wir alle auch nur die geringste Ahnung vom Bootfahren gehabt, haetten wir wohl nur halb soviel Spass gehabt!

Da wir auf dem Boot nur unsere mitgebrachten Butterstullen und ein paar Oreo Bicky’s gegessen hatten, waren wir am spaeten Nachmittag sehr hungrig und einigten uns auf ein barbie in einem Park in Mona Vale direkt am selben Meeresarm. Im Coles um die Ecke hatten wir (nach einigen Schwierigkeiten den Eingang zu finden) Kaenguruh-Steak und Kaenguruh-Spiesschen gekauft und warfen nun alles auf den oeffentlichen Gasgrill. Ein aelterer Mann, den wir baten ein Foto von uns zu machen, erzaehlte uns, dass auch er mal in Deutschland war (natuerlich in Muenchen) und erleuchtete unseren Abend mit einer Flasche Campagne, die er uns schenkte.

So sassen wir gemuetlich zusammen, assen Kaenguruh, tranken Kiwi Fruit Saft und lauschten dem „idyllischen“ Gekreische der Cockatoos , die sich in einer groesseren Gruppe auf den Baeumen ringsum versammelt hatten und hin und wieder einen Spaeher im Sturzflug ueber unseren Tisch brettern liessen. Cockatoos, also Kakadus, sind wirklich schoene Voegel, aber mit einer entsetzlichen und zudem lauten Stimme versehen worden

Als ich gerade wieder in ein Stueck von meinem Kaenguruh-Steak abbeissen wollte, sinnierte Johanna ploetzlich: „Ach ja, gestern haben wir sie gestreichelt und heute essen wir sie...“. Ich musste unweigerlich an „Skippy – das Buschkaenguruh“ denken und ich haette mich fast an meinem Stueck Fleisch verschluckt...aber nur fast ;o).

Montag, Juni 29, 2009

Great Ocean Road "dekadent"

Wetter (Melbourne): 15 Grad (sonnig), gesehene Spinnen: 0, gesehene Koalas: 1, gesehene Wale: 4, gesehene Kaenguruhs: 1

4:50h zeigte die Uhr an, als ich langsam aus meinen Traeumen erwachte und ich konnte es in diesem Moment fast nicht fassen, dass ich jetzt tatsaechlich aufstehen sollte. Mein erster klarer Gedanke war: „Wie konnte ich nur so bloed sein und den 7h Flug nach Melbourne buchen?“. Hellwach wurde ich allerdings, als wir nach der Landung in Melbourne Avalon - einem winzigen Flughafen, der eigentlich nicht mehr ist als eine Wellblechhuette umgeben von Farmland und Busch ist – trotz fuenf verschiedener Autovermietungen keine fanden, die noch ein Auto fuer uns uebrig hatte. Als ich den Blick des Avis Mitarbeiters sah, bei dem wir zuletzt vorstellig wurden, sagte ich nur: „Let me guess, you got no cars left?“. Er nickte nur und Johanna ergriff die Initiative fuer den Plan B. Geelong war nicht weit entfernt und sie liess sich die Adresse der dortigen Avis Filiale geben. Mit einem Taxi brausten wir durch flaches Land bis in die zweitgroesste Stadt Victorias und hatten tatsaechlich Glueck. Die nette Avis Frau hatte noch einen billigen Hyundai Getz uebrig, der fuer das Wochenende unser Hauptaufenthaltsort werden sollte.

Johanna war diesmal am Steuer und lenkte uns mit musikalischer Untermalung von alten Michael Jackson Songs, die aufgrund seines ploetzlichen Dahinscheidens bereits seit Donnerstag das Radioprogramm bestimmten, Richtung Great Ocean Road. Und ich muss sagen, die Great Ocean Road ist unglaublich schoen. Die Strasse schlaengelt sich ueber ca. 120km an der Kueste entlang und alle paar Kilometer findet man einen View Point, an dem man halten und den Blick von den Klippen geniessen kann. Alles war herlich gruen, trotz der vor kurzem tobenden Buschfeuer in der Gegend, und das Wetter meinte es auch gut mit uns. Das ganze Wochenende liess sich kaum eine Wolke blicken und wir erkundeten bei ca. 15 Grad die Gegend (wo doch Melbourne immer so schrecklich kalt sein sollte).

Ziemlich am Anfang der Strasse kamen wir an einen kleinen Leuchtturm und ein paar Kilometer weiter an einen Viewpoint mit einem tollen, felsigen Strand, den man ueber eine Treppe erreichen konnte. Wir liefen ein bisschen herum und sassen schon wieder im Auto, als Johanna mit ihren Adleraugen einen Koala erspaehte, der an der Strasse sass als wartete er auf den Bus. Also wieder raus aus dem Auto und bewaffnet mit Fotoapparat ab in Richtung des pelzigen Freundes. Leider waren wir nicht die einzigen, die ihn gesehen hatten, denn von der anderen Seite schlich sich ein aelteres Ehepaar heran, die extra mitten auf der Strasse angehalten hatten. Der Koala fuehlte sich anscheinend etwas eingeengt, sah einmal nach links und einmal nach rechts und verschwand dann raschelnd im Gebuesch. Natuerlich nur, um sich perfekt fuer die kleine Fotosession an einem Eukalyptusast zu praesentieren! ;o) Geduldig wartete er bis wir genug Fotos gemacht hatten und begutachtete uns interessiert aus dem sicheren Gebuesch.

Wir fuhren etwas weiter und entdeckten von einem weiteren Viewpoint zufaellig eine Gruppe Wale im Meer. Was fuer ein toller Tag! Wir beobachteten sie, wie sie sich immer mal wieder aus dem Wasser herauswaelzten und dann wieder in den Wellen verschwanden. Sie waren noch einmal um einiges naeher am Ufer als die Wale, die wir vor ein paar Wochen in Anna Bay gesehen hatten. Als wir weiterfuhren liess ich meinen Blick ueber die Klippen und das Meer schweifen und wir waren noch nicht sehr weit gefahren, als ich nur schrie: „Johanna, halt an! Noch mehr Wale!!!“ und wir mit einer Vollbremsung gerade noch so in das Ende einer Haltebucht einscheren konnten. Zwei Inder, die nicht viel aelter zu sein schienen als wir, sahen verschreckt von ihren Kameras auf, als wir ploetzlich in einer grossen Staubwolke neben ihnen erschienen, aus dem Auto sprangen und auf den Rand der Klippe zustuermten. Ich hatte vom Auto aus gesehen, wie einer der Wale ganz aus der Wasseroberflaeche auftauchte und dann mit dem Schlag seiner riesigen Schwanzflosse wieder im Meer verschwand. Nun standen wir da und beobachteten die naechste Walgruppe, die diesmal noch naeher am Ufer war.

Das war schon etwas sehr besonderes, denn als wir in einem Hotel (Pub, Hotel, wer weiss das schon) direkt am Strand von Apollo Bay zum Lunch einkehrten, meinte die Bedienung, dass wir mit ganz ganz viel Glueck dort an diesem Wochenende Wale sehen koennten. Als wir dann abwinkten und ihr erzaehlten, wir haetten schon viele Wale in Australien und vorallem auf der Great Ocean Road gesehen, meinte sie, dass wir uns da sehr gluecklich schaetzen koennten, da man dafuer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muesse. Sie war sehr nett, wir unterhielten uns noch eine Weile mit ihr ueber das Naturschauspiel und fanden es toll, dass auch die Einheimischen es noch so zu schaetzen wussten.

Als wir am Cape Ortway ankamen, bogen wir links in eine Seitenstrasse ein und folgten ihr mehrere Kilometer in Richtung ihrer Spitze. Kuehe grasten direkt am Wegrand und wir fuhren durch natuerliche Baumalleen und genossen es der Grossstadt mal ein Wochenende entflohen zu sein. An der Spitze des Cape Ortways gab es die aelteste Telegraphenstation Australiens (oder war es doch nur Victorias?) und Australias most significant Lighthouse zu bewundern. Wir liefen herum, versuchten in den Gebueschen Schlangen zu erspaehen, bewunderten die Gebaeude und die Aussicht und versorgten uns im Cafe mit Wasser fuer die Weiterfahrt.

Die Weiterfahrt war sehr gemuetlich und zog sich fuer eine laengere Strecke durch Wald und Busch mit kleinen Farmhaeusern, die Milchkannen als Briefkaesten hatten. Ausserdem war es eine sehr ruhige Fahrt, denn unsere Radiosender hatten uns bereits vor Kilometern verlassen. Dadurch merkte man noch einmal sehr deutlich wie abgeschieden die Leute dort leben. Irgendwann kam wieder die Kueste in unser Blickfeld mit ihren Klippen und weissen Straenden. Wir fuhren noch ein paar Kilometer und die Sonne begann langsam zu sinken.

Kurz hinter Princetown erreichten wir dann unser Etappenziel des Tages: die 12 Apostel, einige umspuelte Felsen im Meer. Wieviele es von den urspruenglichen 12 heute noch sind, konnten wir leider nicht genau ausmachen. Wir kamen beim Zaehlen auf 6, mit den beiden Ueberbleibseln der London Bridge waeren es aber 8 und irgendwo fiel die Zahl 7...einer soll ja auch erst letztes Jahr eingestuerzt sein. Wir hielten etwas inne und beobachteten wie die Sonne langsam hinter den Aposteln unterging. So ruhig, wie wir uns das vorgestellt hatten, war es allerdings nicht ganz, denn um uns herum wimmelte es zum ersten mal des Tages von Touristen.

Da wir am naechsten Tag direkt nach Melbourne wollten, hatten wir uns vorgenommen, soweit wie moeglich zurueck ueber die Great Ocean Road zu fahren und dann in einem kleinen Badeort namens Lorne zu uebernachten. Es ist allerdings nicht gerade ungefaehrlich dort laengere Strecken im Dunkeln zurueck zu legen, denn es besteht immer die Gefahr, dass ein Kaenguruh aus dem Nichts auf der Strasse auftaucht. In der Daemmerung fuhren wir durch ein laengeres Waldgebiet, als Johanna ploetzlich wieder scharf bremste, denn wir hatten bereits von weitem ein kleines Kaenguruh am Strassenrand sitzen gesehen. Ich war begeistert, nachdem das erste Kaenguruh, dass ich an diesem Tag gesehen hatte, tot am Strassenrand gelegen hatte. Allerdings war das (lebende) Kaenguruh nun nicht so interessiert an uns wie wir an ihm und war verschwunden als wir aus dem Auto gestiegen waren.

Also ging es fuer uns weiter durch den Busch und als es schliesslich dunkel war, erschraken wir, denn am Strassenrand lag ein auf die Seite gekippter Golf II im Graben. Wir fuhren langsamer und beobachteten die Szenerie. Da bereits einige Leute am Unfallort waren und wir in dem Auto niemanden mehr ausmachen konnten (es schien als waeren alle Insassen bereits herausgeklettert), fuhren wir weiter...nun noch etwas vorsichtiger! Erst kurz vor Apollo Bay kam uns die Feuerwehr mit Blaulicht entgegen, was einem noch einmal klar machte, wie lange es hier dauerte, bis man versorgt wuerde, sollte einem wirklich etwas ernstes passieren. Nach Apollo Bay waren wir wieder auf der Kuestenstrasse und somit war die Gefahr von Kaenguruhs zumindest erst einmal gebannt.

Allerdings erwarteten wir nun hinter jeder Kurve einen auf uns zurasenden Amerikaner, der auf der rechten Seite fuhr ;o). Irgendeinen Grund muss es ja schliesslich geben, dass auf der Great Ocean Road sogar teilweise Pfeile auf der Strasse aufgemalt sind, die einem noch einmal verdeutlichen, wer auf welcher Seite zu fahren hat und wer es dann immernoch nicht verstanden hat, wird sicherlich auf die Schilder aufmerksam, die „Drive Left in Australia“ in Wort und Bild verdeutlichen.

Um ca. 20h erreichten wir schliesslich Lorne und das Eskine Hotel, das mir von einem Kollegen empfohlen wurde. Das Eskine Hotel ist ein sehr schickes Hotel direkt am Strand von Lorne. Wir konnten zwar nicht herausfinden, wieviele Sterne es hat, doch einigten uns auf mindestens 4 und buchten einen guenstigen Heritage Room fuer $133 (35 Euro pro Person!). Die Rezeptionistin entschuldigte sich bereits im Vorfeld fuer das Zimmer und die alten Moebel in ihm, so dass wir beim eintreten ein etwas mulmiges Gefuehl hatten, doch wir waren begeistert! „Alt“ bezog sich auf Moebel, die vielleicht 5 Jahre auf dem Buckel hatten und das Bad war neu, modern und hatte zu meiner groessten Freude eine extravagante Badewanne! So nahm ich nach unserem Dinner im Lorne Hotel seit Monaten endlich wieder ein langes, heisses Bad.

Der naechste Morgen begann um 7h und wieder einmal mit dem „Ich will nicht aufstehen – Gefuehl“, das aber sehr schnell in pure Begeisterung umschwang als wir den Spa Bereich unseres Hotel betraten, in den Pool sprangen und uns im Whirlpool entspannten. Erst als eine Familie offensichtlich professioneller Schwimmer, die Eltern und zwei kleine Jungs, schliesslich dazu kamen und ihre Bahnen zogen, war es fuer uns Zeit in den Steam Room zu fluechten und dort noch ein paar Minuten Ruhe zu geniessen. Und das Fruehstueck, dass uns nach einer langen Dusche erwartete, war auch super. Ein Buffet mit allem Schnickschnack fuer $18 im Kaminzimmer mit Meerblick...aeusserst dekadent!

Wir wollten gar nicht mehr weg und ueberlegten uns bei einem Strandspaziergang, ob sie Ausrede „Ich wurde in Melbourne in Quarantaene gesteckt!“ auf der Arbeit anerkannt werden wuerde. Wieder war keine Wolke am Himmel...

Nach all unseren Erlebnissen auf der Great Ocean Road wurde Melbourne nur noch Nebensache. Dennoch fanden wir den Stadtteil St. Kilda, den wir uns hauptsaechlich ansahen, sehr schoen. Mit kleinen Shops, vielen Strassencafes und einem Strand in der Naehe des Piers hatte er etwas niedliches. Nachdem wir etwas herumgelaufen hatten, assen wir in einem kleinen Restaurant mit live Musik am Strand und beobachteten ein asiatisches Hochzeitspaar, das Fotos am Strand machen liess.

Als wir zurueck nach Sydney flogen, waren wir muede, aber froh den Weekend Trip gemacht zu haben. Wir hatten soviel gesehen und erlebt und ich weiss, dass ich definitiv irgendwann nochmal ueber die Great Ocean Road fahren moechte...vielleicht sind dann ja nur noch 5 Apostel da, man weiss es ja nicht...

Montag, Juni 22, 2009

Bridge Climb und Blue Mountains

Wetter: 20 Grad (wolkig): gesehene Spinnen: 1

Nun hat es etwas gedauert, bis ich wieder schreibe. Ich glaube, wenn man Skydiven war, erscheinen einem manch andere Dinge gar nicht mehr so spektakulaer und erwaehnenswert. Ohne, dass das jetzt arrogant klingen soll, aber es ist schon irgendwie so (okay, es klingt doch arrogant, macht aber nix, hihihi).
Wie zum Beispiel der BridgeClimb, den wir vorletzten Sonntag gemacht haben. Dabei klettert man in einer Gruppe ueber den obersten Bogen der Harbour Bridge. Im Gegensatz zum Skydiven wurde hier ein Riesenaufwand gemacht und man musste zunaechst fast eine Stunde Sicherheitsanweisungen und einen Test-Climb ueber eine Art Baugeruest hinter sich bringen. Erst dann wurden wir in unseren schicken BridgeClimbing Overalls angeleint auf die Bruecke losgelassen. Das Schlimmste war, dass das Event um 12:35 startete und wir bis zu diesem Zeitpunkt nur gefruehstueckt hatten, unwissend der Tatsache, dass so ein Climb insgesamt 3 Stunden dauert!

So kletterten wir schon mit knurrenden Maegen los und bekamen nur am Rande mit, dass man bei der ganzen Aktion angeblich 600 Kalorien verlieren soll. Aber es war trotzdem mal ein Erlebnis und ist fuer jeden zu empfehlen, der sich vielleicht nicht gleich aus einen Flugzeug stuerzen will, um mal was Besonderes zu machen. Der Aufstieg ist zwar relativ anstrengend, aber man hat die ganze Zeit rechts und links Gelaender und ist ja auch angeleint, so dass der besondere Nervenkitzel jetzt nicht so dramatisch ist. Oben angekommen hat man dann allerdings einen tollen Blick ueber den Hafen von Sydney. Sofern das Wetter schoen ist, kann man sogar die Blue Mountains von dort oben sehen. Allerdings hatte das Wetter keine Lust schoen zu sein und schwenkte von blauem Himmel exakt in dem Moment auf Wolken und etwas Regen um, als wir loskletterten. Machte aber nichts, war trotzdem mal eine tolle Erfahrung mit einem tollen Blick ueber die Stadt und wir hatten zudem viel Spass damit uns mit lustigen Spaessen ueber den touristischen Touch des Climbs lustig zu machen (nicht ohne die gewisse Arroganz eines Parachutist Students haha). Zeitweise dachten wir schon, dass unser Guide, der ganz vorne lief, die drei Maedels „von der letzten Bank“ (wir waren tatsaechlich die letzten drei in unserer Gruppe) gleich von den Seilen abschneidet und uns ins Wasser wirft...aber ich glaube ja eigentlich, dass wir ihm mal eine ganz liebe Abwechslung zu den anderen, etwas langweiligen, Gruppenkollegen waren.

Nachdem wir um 15:30h die letzten Stufen der Bruecke hinunterkletterten und auch Sophie’s Freund Kay wiederfanden, war es an der Zeit etwas Essbares zu finden und da kam uns das Pancake House in TheRocks gerade recht. Kaum stellte der Kellner jeweils eine grosse Portion Pancakes mexican style vor die Nase, da hatten wir den Pancake auch schon in uns hineingeschaufelt und verlangten nach der Nachtischkarte. So hungrig war ich wirklich schon lange nicht mehr! Waehrend des "Main Dishes" orderten wir bereits die Nachtischkarte und der Kellner sah uns etwas verdutzt an als dann auch noch jede von uns eine grosse Portion „Devil’s Delight“ (3 Schokoladenpancakes mit Schokosauce & Erdbeeren) bestellte, die ebenfalls in wenigen Minuten verschwunden war. Er hat uns bestimmt fuer Backpacker gehalten, die gerade aus dem Outback kamen und seit Tagen nichts Gescheites mehr gegessen hatten. Das Essen war aber auch zu gut und so schleppten wir uns mit dicken Baeuchen zum Cirqular Quay, um uns das Spektakel der „Burning Boat“ Show anzusehen, die das Finale des „Festival’s of Lights“ war.

Ansonsten habe ich an dem Wochenende Malte und Hanna wiedergesehen, die ich damals auf dem Hinflug kennengelernt habe. Malte hatte am 13.6. Geburtstag und uns zum Grillen im Balls Head Reserve eingeladen. Unsere Zusammenkunft nach all den Wochen wurde von einem seiner Freunde mit „Respekt Malte, du fliegst nach Australien, um deine Freundin zu besuchen und reisst im Flieger gleich zwei Maedels auf! Mit welcher Airline bist du nochmal geflogen?“ kommentiert. ;o) War auf jeden Fall ein netter Tag, den ich abends mit einem Kinobesuch mit Sophie, Kay und Johanna ausklingen liess. Wir haben „The Hangover“ im Kino gesehen, ein wirklich unheimlich witziger Film, den man sich unbedingt ansehen muss!!! Weiss allerdings nicht, ob es den auch in Deutschland im Kino zu sehen gibt...

Dieses Wochenende begann damit, dass wir, eine Flasche Baccardi (fuer $50!!!!) im Schlepptau, Freitag zu Clemence’s Geburtstagsparty nach Ultimo pilgerten. Mit Clemence hatte ich in Kopenhagen studiert und war auch in Russland mit ihr unterwegs gewesen, daher war ich etwas ueberrascht als sie mir vorletzten Freitag die Nachricht ueberbrachte, dass auch sie sich in Sydney herumtreibt. Wir hatten eigentlich seit Kopenhagen keinen Kontakt mehr gehabt und sie hatte nur zufaellig die Oper im Hintergrund meines Facebook Fotos entdeckt. Also hatten wir uns auf ein paar Cocktails im Watershed Hotel getroffen und mit Artem ueber die gute alte Zeit in Kopenhagen philosophiert. Bei der Gelegenheit hatte sie uns auch gleich auf ihre Geburtstagparty eingeladen und da Artem an diesem Abend ein Langweiler war und lieber zuhause blieb, feierte ich mit Sophie, Johanna und einem Freund von ihr auf Clemence’s Party bis wir irgendwann gegen Morgen in einem Pub mit ein paar Brasilianern ueber deutsche Autos diskutierten.

Diese Nacht hatte zur Folge, dass Johanna und ich uns am naechsten Tag mehr oder weniger durch das Sydney Aquarium schleppten und wie besessen Popcorn in uns hineinstopften, um das Hangover zu besiegen. Man muss dazu sagen, dass das Aquarium von Sydney zum Teil auf Floessen gebaut ist und geringfuegig mit den Wellen schaukelt. War aber trotzdem schoen kleine Schnabeltiere, grosse Seekuehe und Haie zu beobachten...ist auch mal eine andere Erfahrung in einem Aquarium Tiere zu sehen, denen man in umliegenden Gewaessern tatsaechlich begegnen koennte. Da sieht man zwei Meter lange Haie in den Becken gleich mit ganz anderen Augen!

Abends hatten mich dann Artem und Daria zu einem russischen Dinner bei sich in Paddington eingeladen und nach einigen Orientierungsproblemen kam ich auch dort an und genoss leckere, selbstgemachte Borscht, Dumplings und andere russische Spezialitaeten. Faszinierend, dass Daria das alles selbst gekocht hatte! Natuerlich musste ich auch Wodka mittrinken, das gehoert in der Kultur ja irgendwie dazu. Allerdings war ich noch so fertig von der Party am Abend zuvor, dass ich gegen 23h todmuede in mein Bett fiel.

Und das war auch gar nicht so schlecht, denn gestern (Sonntag) hatten Johanna und ich mal wieder eine Tour geplant. Diesmal in die Blue Mountains, die ca. 80km westlich von Sydney liegen. Als Gefaehrt hatten wir einen T5, den ich fuer die Arbeit auf einen Tachostand von 500km bringen sollte. Also ich rede hier nicht von einem Multivan oder aehnlichem, sondern von einem Transporter, vorn mit zwei Sitzen und einer grossen Ladeflaeche dahinter!

War aber sehr witzig und Johanna war begeistert von der enormen Beinfreiheit, die sie auf der Beifahrerseite hatte. Also hinauf in die Berge! Gestartet waren wir bei blauem Himmel in Sydney, doch je hoeher wir kamen, je mehr waren wir in dichten Nebel gehuellt. Die Wolken mussten an diesem Tag so tief gehangen haben, dass sie zwischen den Bergen gefangen waren, was nicht unueblich fuer die Blue Mountains ist. So konnte man in Katoomba vom Echo Point aus die Felsformation „Three Sisters“ nur in Umrissen erahnen, was aber nicht weiter schlimm war, denn wir haben ein paar tolle Fotos von diesem Naturschauspiel ergattert.

Die „Three Sisters“ waren der Legende mal drei Schwestern, die in Katoomba wohnten und von drei jungen Maennern umgarnt wurden. Um sie vor den boesen Maennern zu schuetzen, belegte sie jemand mit einem Fluch und verwandelte sie in drei Felsen. Dieser starb dann aber leider bevor er die Schwestern zurueck verwandeln konnte, so dass sie fuer immer Felsen bleiben. Also ich hoffe mal, dass ich die Sage so richtig wiedergegeben habe.

Johanna und ich machten uns auf in den Regenwald Richtung Scenic Railway, der steilsten Eisenbahnstrecke der Welt. Ungefaehr zwei Stunden folgten wir dem Pfad durch den Regenwald (und der Name war Programm!), vorbei an unzaehligen Aussichtspunkten von denen man aufgrund des Nebels keine Aussicht hatte, was aber irgendwie cool war, denn man hatte das Gefuehl zwischen der Fels- und Nebelwand wie durch eine Maerchenwelt zu laufen.

Irgendwann kamen wir an die Katoomba Falls, eine Reihe sehr schoener Wasserfaelle und stiegen dann ungefaehr eine halbe Stunde lang an den Klippen hinab ins Tal, um zu der Basisstation der Eisenbahn zu gelangen. Und steil ist die Scenic Railway wirklich ohne Frage! Man wird in der Bahn tatsaechlich senkrecht nach oben gezogen und hofft in der kurzen „Reisezeit“ wirklich ein bisschen, dass das Seil oben nicht reisst! Ich glaub, das ist ein „Muss“, wenn man in Katoomba ist, auch wenn die Fahrt viel zu schnell wieder vorbei ist!

Mittlerweile bin ich schon fast zwei Monate hier und muss sagen, dass die Zeit einfach nur an einem vorbei zieht. Sydney ist toll und ich will eigentlich gar nicht mehr hier weg! Man hat einfach soviele Moeglichkeiten in und um die Stadt herum. Von langen Straenden und dem schoenen Hafen, ueber nette kleine Maerkte bis hin zu den Nationalparks und den Bergen...alles wofuer man in Europa quasi einmal in jede Richtung fahren muesste hat man hier komprimiert auf einer Flaeche von 200qkm. Und Australien macht irgendetwas mit einem, dass man Dinge tut, die man sich zuhause vielleicht nicht getraut haette und alles mit dieser australischen Leichtigkeit angeht...nach dem Motto „Wird schon alles klappen!“. Ich weiss gar nicht, wie ich in Deutschland je wieder klarkommen soll. ;o)

~ines